Buchsteinhaus
Der Ort
Buchsteinhaus: Eine Geschichte von Alpinismus und Innovation Das Buchsteinhaus ist eine Berghütte, die der Ortsgruppe Bad Ischl der Österreichischen Naturfreunde gehört. In den Ennstaler Alpen gelegen, befindet es sich auf einer Höhe von 1571 m an der Waldgrenze, unterhalb der Südwestflanke des Großen Buchstein, das Enns-Tal überragend. Geschichte Bereits in den ersten Ausgaben seines Führers erwähnt „der Vater des Gesäuses“, Heinrich Heß, den legendären Ausblick vom Hohen Krautgartl. Er musste jedoch mehrere Jahrzehnte warten, bevor das Buchsteinhaus 1924 als Stützpunkt genutzt werden konnte, da zahlreiche Bauprojekte zuvor gescheitert waren, ehe 1921 eine Genehmigung erteilt wurde. Die Arbeiten begannen an der ehemaligen Alm Pichlmayer am Brucksattel. Von dort wurde ein Zustiegsweg in Serpentinen angelegt, auf dem drei Jahre lang 200 Freiwillige riesige Mengen an Baumaterial transportierten, darunter 258 Lärchenstämme, ganze Ladungen Holz und Hunderte Kilogramm Ziegel und Zement zur Baustelle. Am 10. August 1924 wurde die Hütte als Naturfreundehaus am Großen Buchstein eingeweiht. 1979 ging das Haus von den Naturfreunden St. Pölten an die Gruppe Bad Ischl über. In jenem Jahr schwächte ein strenger Winter die Fundamente so sehr, dass das Haus einzustürzen drohte. Bei den Renovierungsarbeiten wurde eine leicht vergrößerte Küche eingerichtet sowie geräumige Wasch- und Arbeitsräume unter der Terrasse. Der Bau des Klettersteigs Pfannl-Maischberger in der Südwand des Großen Buchstein führte zu einem unerwarteten Besucherandrang. Die Versorgung mit Gütern per Seilkran wurde zunehmend schwieriger, sodass 2006 der lang erwartete Bau der Materialseilbahn realisiert wurde. Nachdem kurz darauf eine Ecke des Hauses absackte, erfolgte der Abriss, und von 2008 bis 2010 wurde ein kostspieliger Neubau errichtet. Das neue Buchsteinhaus verfügt nun über zwei Speiseräume, große Lager und eine Panoramaterrasse. Die Küche verwendet regionale Produkte. Seit 2021 ist das Buchsteinhaus Eigentum der Ortsgruppe Bad Ischl der Naturfreunde. Routen Zugang Der Zugang erfolgt vom Enns-Tal von der Gesäuse Straße (Parkplatz am Nationalparkpavillon) über den Brucksattel (1117 m) in etwa drei Stunden. Man kann die Hütte auch von der ehemaligen Gaststätte Eisenzieher erreichen, die in der Gemeinde St. Gallen liegt. Dieser Aufstieg führt durch das Tal des Großen Billbach am Fuß der Wand der Admonter Frauenmauer und unterhalb der Westwände des Buchsteinstocks, um die Hütte in etwa 5 Stunden zu erreichen. Besteigungen Die Hütte ist der einzige Ausgangspunkt für die Besteigung des Großen Buchstein und der Wand der Admonter Frauenmauer. Die West- und Südwände des Buchsteinstocks bieten eine Vielzahl von Routen aller Schwierigkeitsgrade in der Nähe der Hütte, wie den Normalweg, den Wenger-Klettersteig, den Südgrat und den Westgrat des Buchstein. Verbindungen zu anderen Hütten Alle Verbindungen zu anderen Hütten erfolgen durch Abstieg ins Tal. Literatur Willi End: Gesäuseberge. Ein Führer für Täler, Hütten und Berge (= Alpenvereinsführer. Reihe der Nördlichen Kalkalpen.). Bergverlag Rother, München 1988, ISBN 3-7633-1248-X. Ernst Kren: Tourenbuch Gesäuse. Wege, Hütten, Gipfel. Schall-Verlag, Alland 2011, ISBN 978-3-900533-64-9. Josef Hasitschka, Ernst Kren, Adolf Mokrejs: Gesäuse-Pioniere. Alpingeschichte aus der Universität des Bergsteigens. Schall-Verlag, Alland 2008, ISBN 978-3-900533-53-3.