Refuge

Biberacher Hütte

Vorarlberg · Autriche0 mUnbewachtGeprüfter Eintrag

Der Ort

Biberacher Hütte: Eine historische Berghütte in Österreich Die Biberacher Hütte ist eine Berghütte der Kategorie I der Sektion Biberach des Deutschen Alpenvereins (DAV). Gelegen in der Bergregion des Lechquellengebirges auf einer Höhe von 1846 Metern, auf dem Gebiet der Gemeinde Sonntag, im österreichischen Bundesland Vorarlberg, wurde diese Hütte 1911 errichtet und bietet insgesamt 110 Übernachtungsplätze, einschließlich eines Winterraums. Lage und Umgebung Die Hütte befindet sich südwestlich des Schadonapasses (1840 m), eines historischen Übergangs zwischen dem Bregenzerwald und dem Walsertal. Umgeben von Gipfeln wie der Glattjöchlspitze (2106 m) im Nordwesten und dem Rothorn (2239 m) im Südosten, sowie dem Gigelturm (2112 m) und der Hochkünzelspitze (2397 m) in der Nähe. Die Gemeinden Schoppernau und Schröcken liegen ebenfalls nahe der Hütte. Die Orte Schröcken im Osten und Buchboden im Westen liegen im Tal. Geschichte Der Bau dieser Alpenhütte wurde durch folgende, in den Mitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins Nr. 17 im September 1909 veröffentlichte Feststellung angeregt: "Es gibt in unseren Alpen noch Gegenden, wo man zwei Tage marschieren kann, ohne eine Alpenhütte in der Nähe zu finden. Das ist der Fall in der Gegend von Bezau-Langen, die einen Weg von zwei vollen Tagen darstellt." Daraufhin erkundeten Mitglieder der Sektion am 31. Oktober 1909 einen geeigneten Standort und wählten den Ort des Schadonapasses für den Bau der Hütte. Im Stil der Bregenzerwälder Häuser konzipiert, mit ihrer bis heute weitgehend erhaltenen Schindelverkleidung, bot die Hütte bei ihrer Eröffnung 1911 elf Betten und zehn Lagerplätze. Sie war zudem die erste Hütte des Alpenvereins im Lechquellengebirge. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Hütte vorübergehend vom Österreichischen Alpenverein verwaltet. Aber erst am 30. Juni 1956 wurde die Biberacher Hütte der Sektion, die sie erbaut hatte, zurückgegeben, und sie erhielt die Schlüssel von der Vorarlberger Sektion am 2. September zurück. Eine erste bedeutende Entwicklung der Hütte zwischen 1965 und 1968 brachte den Einbau einer Wasserversorgung, einer Kläranlage und eines Generatorraums. Eine Generalsanierung der Hütte fand zwischen Juli 1978 und Juli 1980 statt, zu Kosten von über 700 000 DM. Die Erweiterung um Übernachtungsplätze brachte die Gesamtzahl auf 110 Plätze, verteilt auf elf Betten in vier Zimmern, dazu drei Zimmer mit 32 Betten und zwei Zimmer mit 47 Betten, sowie 20 Plätze im Winterraum. Der Aufenthaltsraum wurde ebenfalls vergrößert, mit einem Anbau, der unter anderem eine Wohnung für den Bewirtschafter beherbergt. Zudem wurde die Hütte mit einem großen Keller und verbesserten Sanitäranlagen ausgestattet. Nach der Aufgabe der Energiequellen Wasserkraft, Wind und Sonne wurde die Biberacher Hütte 2002 an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Im Juli 2011 wurde das hundertjährige Jubiläum der Hütte mit einem Berggottesdienst und Vorführungen der Bergbrigade gefeiert. Nach dem plötzlichen Tod des langjährigen Pächters aus Schröcken im Jahr 2015 beendete seine Witwe die Verpachtung. Seit 2016 sorgt ein Pächterpaar aus St. Leonhard (Pitztal) für den Betrieb der Hütte. Zugang und Routen Mehrere Routen führen zur Biberacher Hütte, aus der Region des Bregenzerwaldes und des Walsertals. Der kürzeste Zugang erfolgt von Landsteg (Bushaltestelle der Linie Dornbirn / Bregenz - Warth - Lech) an der Bregenzerwaldstraße zwischen Schoppernau und Schröcken, über einen steinigen und schattigen Wirtschaftsweg in etwa zwei Stunden. Andere Wege aus dem Bregenzerwald führen zur Hütte von Schröcken über das Braunarlfürggele (2145 m) in vier bis fünf Stunden, von Schoppernau über den Schalzbachvorsäß und das Glattjöchl in 4,5 Stunden, oder von Au über den Bodenvorsäß und das Töbelejoch (2101 m) in etwa sechs Stunden. Ein Zugang vom Faschinajoch ist ebenfalls möglich über die Hochschere (2013 m) und das Ischkarneifürggele und dauert sechs bis sieben Stunden. Die Routen aus dem Walsertal beginnen in Buchboden (910 m) und führen über Wiesen, Wälder und Almen zur Hütte in etwa vier Stunden. Alpinismus Die Biberacher Hütte ist Ausgangspunkt für mehrere alpine Wanderrunden und liegt an zwei Weitwanderwegen: dem Europäischen Fernwanderweg E4 und der Via Alpina. Sie markiert außerdem den Anfang der "Lechquellenrunde", die über die Hütten der Göppinger, Freiburger, Ravensburger und Stuttgarter führt. Der der Hütte nahe Gipfel ist die Hochkünzelspitze, die über einen markierten und teilweise gesicherten Weg in etwa zwei Stunden erreicht werden kann. Die Wanderungen zu anderen Gipfeln wie der Braunarlspitze und dem Zitterklapfen bieten Kletter- und Wanderherausforderungen. Sektion Biberach Die Sektion Biberach des Deutschen Alpenvereins wurde 1895 gegründet und zählte am 31. Dezember 2023 5 465 Mitglieder.

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