Der Ort
Hütte der Bayerischen Wildalm: Geschütztes Naturerbe im Hochgebirge Die Hütte der Bayerischen Wildalm ist eine Alm, gelegen an der Südostflanke der Halserspitze im Mangfallgebirge, auf dem Gebiet der bayerischen Gemeinde Kreuth sowie in der Nähe des Brandenbergs in Tirol in der Wildalmfilz. Diese Almregion, obwohl hauptsächlich in Österreich gelegen, ist eines der in Deutschland und Österreich als Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung nach der Ramsar-Konvention verzeichneten Gebiete. Geschichte Der genaue Ursprung der Alm ist heute schwer zu bestimmen. Sicher ist jedoch, dass sie von Landwirten des Tals von Kreuth bewirtschaftet wurde, die vom Kloster Tegernsee abhängig waren. Aufgrund ihrer Lage an der Grenze zwischen dem Königreich Bayern und dem österreichisch-ungarischen Reich kam es mehrfach zu Grenzkonflikten bezüglich der Nutzungsrechte. 1891 regelte eine Kommission aus Innsbruck die Nutzungsrechte der Weiden wie der Bayerischen Wildalm, die sowohl in Bayern als auch in Tirol gelegen waren. Heute ist die Bayerische Wildalm für die Österreicher über eine Forststraße erreichbar und wird weiter bewirtschaftet. Zudem ist auf dem Gelände eine Selbstversorgerhütte der Sektion Oberland des DAV vorhanden. Der österreichische Teil der Alm ist heute auch unter dem Namen "Sindelsdorfer Alm" bekannt. Bedeutung für den Umweltschutz Die Wildalm liegt zwischen den nördlichen Voralpen, der Flyschzone und den nördlichen Kalkalpen. Die österreichischen und bayerischen Teile der Alm sind durch die Ramsar-Konvention, ein internationales Abkommen über Feuchtgebiete, als Lebensraum für Wasser- und Watvögel geschützt. Die Ausweisung als Schutzgebiet beruhte auf dem Vorhandensein eines für die Kalkalpen typischen Moores und dem Vorkommen zahlreicher gefährdeter Pflanzenarten. Es handelt sich um eine Karstsenke, deren Moor durch die regelmäßigen Überschwemmungen eines kleinen Bachs sowie durch das gefilterte Wasser der Hänge des Poljes gespeist wird. Der Bach verschwindet auf dem Gelände der Alm in einem großen und mehreren kleinen Ponoren. Das Gebiet beherbergt typische Moorpflanzen wie die Schnabel-Segge, die Sumpf-Segge und das Torfmoos. Im Süden verlängert das Schutzgebiet der Wildalmfilz die Alm. Verfügbarkeit und Reservierung Öffnung: Von Anfang Juni bis Ende September. Reservierung: Reservierung obligatorisch online.
