GR 10F
Der Ort
Der GR®10 durchquert die französischen Pyrenäen vom Atlantik bis zum Mittelmeer, von Hendaye bis Banyuls-sur-Mer, über rund 850 km und 50 Etappen. Vollständig auf französischer Seite verlaufend, folgt er der spanischen Grenze auf halber Höhe und durchquert dabei kontrastreiche Landschaften: baskische Wälder, Weiden des Béarn, vulkanische Massive der zentralen Pyrenäen, Gletscherseen im Ariège und katalanische Garrigues. Es ist die meistbegangene Route in den Pyrenäen, durchgängig rot-weiß markiert. Die Durchschnittshöhe liegt auf den zentralen Abschnitten bei etwa 1.500–1.800 m. Manche Etappen erreichen über 2.700 m (Port de Vénasque, Hourquette d'Ancizan). Der kumulierte Höhenunterschied im Aufstieg beträgt über den gesamten Weg rund 48.000 m.
Das Besondere
Die Seen von Ayous und der Cirque de Lescun (Béarn). Gavarnie mit seinem UNESCO-gelisteten Kessel. Der See Oô mit seinen Wasserfällen. Die Hütte Refuge Wallon im Marcadau. Pas de l'Ours und das Eynes-Tal in der Cerdagne. Der Carlit und die katalanischen Bergseen. Die Vielfalt der Landschaften – Baskenland, Hautes-Pyrénées, Ariège, Katalonien – ist der große Trumpf des GR10.
Ein wenig Geschichte
Der GR10 wurde ab den 1970er-Jahren schrittweise von der Fédération Française de Randonnée Pédestre (FFRP) markiert, indem alte Hirten-, Bergbau- und Militärpfade, die seit dem Mittelalter zur Durchquerung der Pyrenäen genutzt wurden, vereinheitlicht wurden. Seine offizielle Bezeichnung und vollständige Markierung wurden in den 1980er-Jahren abgeschlossen. Er zählt heute neben dem HRP und dem spanischen GR11 zu den drei großen Pyrenäen-Fernwanderwegen.
Anfahrt
Start ab Hendaye: Bahnhof SNCF (TGV Paris–Hendaye, 5 Std.). Ankunft in Banyuls-sur-Mer: TER-Bahnhof (Perpignan–Cerbère). Mit dem Auto wird ein Langzeitparkplatz in Hendaye empfohlen. Die gesamte Route dauert 45 bis 55 Tage; sie lässt sich auch in Abschnitten mit guter Verkehrsanbindung unterteilen.
Empfohlene Ausrüstung
Hohe, wasserdichte Wanderschuhe. Wanderstöcke. Schlafsack empfohlen (manche Hütten sind unbewirtschaftet oder nicht bewacht). Warme und wasserdichte Kleidung (im Sommer nachmittags häufig Gewitter). IGN-Karte 1:25.000 je Massiv oder Topo-Guide FFRP Ref. 10.
Beste Reisezeit
Juli bis September. Im Juni noch Schnee auf den hohen Pässen. Anfang September ideal (weniger Andrang, stabiles Wetter). Hütten je nach Höhenlage von Ende Juni bis Ende September geöffnet.